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Ratgeber

Instagram und Facebook Recruiting für Pflege und Kitas

Von Sebastian Mekas, Co-Founder Imployo GmbH · Stand 03.11.2026

Smartphone mit dunklem Bildschirm auf einer Fensterbank neben einer Pflanze im Abendlicht. Bild mit KI erstellt.
Bild mit KI erstellt.

Instagram Recruiting erreicht Pflegekräfte und Erzieherinnen dort, wo sie ohnehin Zeit verbringen. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 40 Prozent der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland Instagram mindestens wöchentlich. Facebook kommt auf 31 Prozent.

Ihre Stelle erscheint dort als Anzeige zwischen den Beiträgen von Freunden und Familie, nicht in einer Suchmaske. Die Stelle kommt zum Menschen, auch wenn dieser gerade nicht sucht. Für Facebook Recruiting gilt dasselbe, mit einer etwas älteren Zielgruppe.

Bildmaterial, Freigaben und eine Bewerbungsseite müssen vor dem Start stehen. Danach läuft die Social-Recruiting-Kampagne rund drei Wochen.

Das Wichtigste in Kürze

Instagram und Facebook liefern die Reichweite, Ihr Angebot und Ihre schnelle Antwort entscheiden über die Bewerbung. Wer vorbereitet ist, startet in wenigen Wochen.

  • Reichweite: Instagram erreicht wöchentlich 40 Prozent, Facebook 31 Prozent der Menschen ab 14 Jahren.
  • Zielgruppe: Bei den 30 bis 49-Jährigen nutzen 54 Prozent Instagram und 48 Prozent Facebook mindestens einmal pro Woche.
  • Vorbereitung: Echtes Bildmaterial mit Einwilligung, klare Freigaben und eine Bewerbungsseite für genau diese Stelle.
  • Recht: Bildnisse brauchen Einwilligung, Tracking auf der Bewerbungsseite ebenfalls, und realistische KI-Bilder müssen gekennzeichnet sein.
  • Dauer: Eine Kampagne läuft rund drei Wochen und startet erst nach Ihrer Freigabe.

Was bedeutet Instagram Recruiting?

Instagram Recruiting ist die Personalgewinnung über Anzeigen auf Instagram. Bei Imployo laufen dieselben Anzeigen auch auf Facebook, beide Plattformen gehören zum Meta-Konzern. Daher heißt es auch Facebook Recruiting oder Social Media Recruiting.

Was bedeutet Instagram Recruiting? Instagram Recruiting bezeichnet die Personalgewinnung über Anzeigen auf Instagram und Facebook. Arbeitgeber zeigen eine offene Stelle gezielt Menschen, die nach Region und Interessen passen, auch ohne Jobsuche. Die Anzeige führt auf eine Bewerbungsseite, auf der eine kurze Bewerbung genügt. Die Plattform liefert die Reichweite, das Angebot des Arbeitgebers entscheidet über die Bewerbung.

Warum erreichen Instagram und Facebook Fachkräfte?

Beide Plattformen erreichen die Altersgruppen, aus denen Ihre Teams bestehen. Zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte sind laut Bundesagentur für Arbeit zwischen 25 und 55 Jahre alt. Die wöchentliche Nutzung beider Plattformen nach Altersgruppe laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025:

AltersgruppeInstagram wöchentlichFacebook wöchentlich
14 bis 29 Jahre77 Prozent26 Prozent
30 bis 49 Jahre54 Prozent48 Prozent
50 bis 69 Jahre24 Prozent29 Prozent
Gesamt ab 14 Jahren40 Prozent31 Prozent

Instagram wächst bei den Älteren, Facebook verliert. Nach der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nimmt Facebook in allen Altersgruppen bis 70 Jahre ab. Instagram gewinnt bei den 30 bis 49-Jährigen vier und bei den 50 bis 69-Jährigen sechs Prozentpunkte hinzu. Die tägliche Nutzung von Instagram stieg bei den 30 bis 49-Jährigen um sechs Punkte auf 37 Prozent.

Studie: Wer nutzt welche Plattform? Das Durchschnittsalter der Instagram-Nutzenden liegt bei 37 Jahren, bei Facebook bei 45 Jahren (ARD/ZDF-Medienstudie 2025). Die Plattformen ergänzen sich. Instagram trifft die mittleren Jahrgänge und Jüngere, Facebook die Älteren in Ihrer Region.

Auch die Nachwuchsfachkräfte sind auf Instagram. Nach dem Statistischen Bundesamt gingen 2025 rund 51 Prozent der neuen Verträge in der Pflegeausbildung an Personen bis 21 Jahre. In der Gruppe der 14 bis 29-Jährigen nutzen 77 Prozent Instagram mindestens wöchentlich.

Wann lohnt sich Instagram Recruiting für Träger?

Instagram Recruiting passt dort, wo Ihre Stelle von allein nicht gefunden wird. Die Bundesagentur für Arbeit führt Pflegeberufe und Sozialarbeit 2025 unter den Engpassberufen. Erzieherinnen und Erzieher nennt sie als stark nachgefragt. Fünf Situationen sprechen dafür:

  • Pflege und Betreuung: Auf 100 gemeldete Stellen für Pflegefachkräfte kommen 57 Arbeitslose. Wer eine Stelle hat, schaut nicht in die Jobbörse.
  • Kitas und Jugendhilfe: Mehrere Kitas oder Gruppen lassen sich getrennt bewerben, jede Stelle mit eigener Bewerbungsseite.
  • Ausbildung: Auszubildende erreichen Sie dort, wo 77 Prozent der 14 bis 29-Jährigen wöchentlich unterwegs sind.
  • Standorte in der Region: Die Anzeige läuft nur bei Menschen im Umkreis des Standorts.
  • Jobbörse bringt zu wenig Bewerbungen: Ihre Anzeige liegt dort neben den Anzeigen anderer Träger und erreicht nur Menschen, die suchen.
Warnung: Reichweite ist keine Einstellung. Eine Kampagne bringt Kontakte und Bewerbungen. Daraus werden Einstellungen, wenn Ihr Angebot überzeugt und jede Bewerbung schnell beantwortet wird. Fehlt eines von beidem, verpufft die Reichweite.

Was müssen Träger für Instagram Recruiting vorbereiten?

Fünf Dinge entscheiden vor dem Start über den Erfolg. Bei Imployo übernehmen wir die Umsetzung, Sie liefern die Entscheidungen.

1. Bildmaterial: echt, mit Einwilligung, gekennzeichnet

Zeigen Sie Ihr Haus und Ihr Team, nicht austauschbare Fotos. Wer erkennbar abgebildet wird, muss einwilligen. § 22 KUG erlaubt die Verbreitung von Bildnissen nur mit Einwilligung des Abgebildeten. Nach Artikel 7 Absatz 3 DSGVO ist jede Einwilligung widerruflich, der Widerruf muss so einfach sein wie die Einwilligung.

Fragen Sie Ihr Team früh, wer mitmachen möchte. Freiwillige Mitwirkung schafft bessere Bilder als Anweisung. Bei Auszubildenden unter 18 Jahren holen Sie zusätzlich die Zustimmung der Sorgeberechtigten ein.

Mit KI erzeugte Bilder, die als echt erscheinen würden, legen Sie nach Artikel 50 der KI-Verordnung als künstlich erzeugt offen. Das gilt für Bilder, die wirklichen Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähneln. Kennzeichnen Sie jedes KI-Bild mit dem Hinweis „Bild mit KI erstellt.“

2. Texte: ohne Altersbezug

Formulieren Sie Anzeigen so, dass sie niemanden ausschließen. Nach § 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot ausgeschrieben werden. Verzichten Sie auf Formulierungen wie „junges Team“ oder „frische Kräfte“. Nennen Sie stattdessen Dienstplan, Teamgröße, Standort und Einarbeitung.

3. Freigaben: wer entscheidet im Haus?

Legen Sie vor dem Start fest, wer Anzeigen und Bewerbungsseite freigibt. Das sind Einrichtungsleitung, Personalleitung und der Datenschutzbeauftragte. Beziehen Sie Ihre Mitarbeitervertretung ein, wenn Beschäftigte im Bild erscheinen.

Im Kundenportal öffnen Sie jeden Baustein, geben ihn frei oder hinterlassen einen Kommentar. Erst wenn alles freigegeben ist, startet die Kampagne.

4. Bewerbungsseite: eine Stelle, ein Weg

Die Anzeige führt auf eine Seite nur für diese Stelle an diesem Ort. Die Kurzbewerbung dauert rund drei Minuten, ohne Lebenslauf und Anschreiben. Zeigen Sie vor der Dateneingabe, wie Sie mit Daten umgehen. Das verlangt Artikel 13 DSGVO, und der Landesbeauftragte für den Datenschutz Rheinland-Pfalz empfiehlt es für Bewerbungsportale.

Setzen Sie auf der Bewerbungsseite Tracking-Werkzeuge ein, brauchen Sie dafür grundsätzlich eine Einwilligung. Das regelt § 25 TDDDG, ausgelegt in der Orientierungshilfe der Datenschutzaufsichten von 2024. Ausnahmen gelten für die Übertragung einer Nachricht und für Vorgänge, die für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind.

5. Antworten: wer meldet sich bei den Bewerbungen?

Bestimmen Sie vor dem Start eine Person, die Bewerbungen beantwortet. Nennen Sie auch eine Vertretung für Urlaub und Nachtdienst. Bewerbungen kommen mit einer ersten Einschätzung zur Passung bei Ihnen an. Das Gespräch führen Sie selbst, am selben oder am nächsten Werktag.

Welche Anzeigenformate gehören zu einer Kampagne?

Eine Kampagne arbeitet mit drei Motiven, die zusammen die Plätze auf Instagram und Facebook abdecken. Jedes Motiv führt auf dieselbe Bewerbungsseite.

  • Feed-Bild: Es erscheint zwischen den Beiträgen im Verlauf. Ein echtes Bild aus Ihrem Haus und eine kurze Zeile zur Stelle genügen.
  • Story im Hochformat: Sie füllt den Bildschirm des Handys. Hier passt eine einzige Botschaft, etwa der Dienstplan oder das Team.
  • Kurzvideo: Bewegung zeigt Alltag besser als ein Standbild. Ein kurzer Clip aus Ihrem Haus wirkt echter als jede Aufzählung.

Alle drei Motive erhalten Sie mit Werbetexten. Sie sehen sie im Kundenportal, bevor etwas online geht.

Wie lange dauert eine Kampagne auf Instagram und Facebook?

Die Anzeigen laufen rund drei Wochen, Ihr Aufwand liegt davor und danach. Die Vorbereitung dauert so lange, wie Sie für Prüfung und Freigabe brauchen. Die Kampagne startet erst mit Ihrem Ja.

PhaseZeitrahmenWas passiert
Erstgespräch30 MinutenStelle, Region, Zielgruppe und Angebot werden geklärt
Vorbereitungbis zur FreigabeBewerbungsseite, Fragenkatalog und drei Anzeigenmotive entstehen
Laufzeitrund drei WochenDie Anzeigen laufen in Ihrer Region, den Stand sehen Sie im Kundenportal
Auswertungnach der LaufzeitGemeinsamer Blick auf Motive, Texte und Bewerbungsseite

Wie sich die Investition zusammensetzt, erfahren Sie nach dem Erstgespräch in einem verbindlichen Angebot.

Welche Fehler bremsen Instagram Recruiting aus?

Fünf Fehler kosten Bewerbungen:

  • Die Anzeige führt auf die Startseite: Wer klickt, muss selbst nach der Stelle suchen. Besser ist eine Seite nur für diese Stelle.
  • Bilder wirken austauschbar: Stockfotos zeigen nicht, wie Arbeit bei Ihnen aussieht. Echte Szenen aus Ihrem Haus schaffen Vertrauen.
  • Die Bewerbung ist zu lang: Lebenslauf, Anschreiben und viele Felder schrecken auf dem Handy ab.
  • Die Antwort dauert: Wer sich bewirbt, will wissen, wie es weitergeht. Melden Sie sich am selben oder am nächsten Werktag.
  • Niemand wertet aus: Ohne Blick auf Motive, Klicks und Abbrüche wird die nächste Kampagne nicht besser.
Praxistipp: Starten Sie mit einer Stelle. Wählen Sie die Stelle, die am längsten offen ist, und einen Standort. Eine saubere erste Kampagne lehrt mehr als drei halbfertige. Aus der Auswertung entsteht Ihre Vorlage für jede weitere Stelle und jeden weiteren Standort. Den Ablauf im Überblick finden Sie im Ratgeber Social Recruiting.

Fazit: Bereiten Sie Bild, Freigabe und Bewerbungsseite vor

Instagram Recruiting und Facebook Recruiting erreichen Fachkräfte in Ihrer Region, auch wenn diese nicht suchen. Die Zahlen der ARD/ZDF-Medienstudie belegen die Reichweite. Was daraus wird, bestimmen Ihr Bildmaterial, Ihre Freigaben und Ihre Bewerbungsseite.

Wie das Recruiting in Pflege und Kitas aufgebaut ist, lesen Sie unter Recruiting für Pflege und Recruiting für Kitas und Jugendhilfe.

Im 30-minütigen Erstgespräch klären wir Stelle, Region und Zielgruppe. Auf Ihre Anfrage antworten wir innerhalb eines Werktags. Erstgespräch vereinbaren

Quellen

  • Social Media zwischen Wachstum und Sättigung (ARD/ZDF-Medienstudie 2025), Florian Tippelt, Media Perspektiven 31/2025, https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2025/MP_31_2025_ARD_ZDF-Medienstudie_Social_Media_zwischen_Wachstum_und_Saettigung_Nutzungsmuster_und_Plattformdynamiken_in_Deutschland.pdf
  • Blickpunkt Arbeitsmarkt: Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2025, https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/Arbeitsmarktsituation-in-Pflegeberufen.pdf
  • Fachkräfteengpassanalyse 2025, Bundesagentur für Arbeit, 2026, https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Fachkraeftebedarf/Fachkraefteengpassanalyse/Fachkraefteengpassanalyse.html
  • Pflegeausbildung 2025: Zahl neuer Auszubildender zum dritten Mal in Folge gestiegen, Statistisches Bundesamt (Pressemitteilung Nr. 231), 2026, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_231_212.html
  • Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KUG), § 22, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html
  • Datenschutz-Grundverordnung (Verordnung (EU) 2016/679), Artikel 7 und 13, Europäische Union, 2016, https://dejure.org/gesetze/DSGVO
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, § 11 Ausschreibung, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__11.html
  • Digitale-Dienste-Gesetz und Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG), § 25, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/ttdsg/__25.html
  • Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden für Anbieter:innen von digitalen Diensten (OH Digitale Dienste), Version 1.2, Datenschutzkonferenz, November 2024, https://www.datenschutzkonferenz-online.de/media/oh/OH_Digitale_Dienste.pdf
  • Online-Bewerbungen, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, https://www.datenschutz.rlp.de/themen/online-bewerbungen
  • Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50, Amtsblatt der Europäischen Union, 2024, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401689
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