Erzieher finden: So gewinnen Kitas und Jugendhilfe pädagogische Fachkräfte
Von Sebastian Mekas, Co-Founder Imployo GmbH · Stand 04.11.2026
Erzieherinnen und Erzieher finden Sie nicht über die Aufgabenliste, sondern über Konzept, Team und Haltung. Das gilt für Kitas ebenso wie für Einrichtungen der Jugendhilfe. Wer Erzieher finden will, muss zeigen, wie in der Einrichtung gearbeitet wird und mit wem.
Die Zahlen erklären den Druck. Das Statistische Bundesamt zählte am 1. März 2025 in Kindertageseinrichtungen 795.700 Personen im pädagogischen, leitenden und Verwaltungsbereich, 17.500 mehr als im Vorjahr. Laut Bundesagentur für Arbeit gilt der Erzieherberuf als Engpassberuf. Zuletzt waren gut 11.000 Stellen gemeldet, und im Jahresdurchschnitt 2025 suchten knapp 13.000 Erzieherinnen und Erzieher eine Tätigkeit.
Für Kita-Träger und Jugendhilfe gibt es vier Wege zu pädagogischen Fachkräften: Jobbörse, Fachschulen, Empfehlung und Kampagne. Überzeugen muss am Ende Ihr Angebot.
Das Wichtigste in Kürze
Fachkräfte wechseln, bleiben aber im Feld. Nur 5 Prozent der Fachkräfte verließen 2023 beim Jobwechsel die Kindertagesbetreuung. Wer Erzieher gewinnen will, wirbt deshalb um Menschen aus anderen Einrichtungen und braucht ein Angebot, das ihre Entscheidung leichter macht.
- Lage: Erzieherinnen und Erzieher gelten laut Bundesagentur für Arbeit als Engpassberuf, die Arbeitslosenquote in der Kinderbetreuung liegt bei 2,0 Prozent.
- Zielgruppe: 131.200 der 200.200 Personen, die 2023 aus der Kinderbetreuung in eine neue Beschäftigung wechselten, blieben im Berufsfeld.
- Fachschulen: Die Erzieherausbildung ist mit knapp 35.000 Absolventinnen und Absolventen die stabilste Säule der Fachkräftegewinnung.
- Empfehlung: Sie wirkt stark, wenn das Team zufrieden ist, und lässt sich nicht planen.
- Kampagne: Die Social-Recruiting-Kampagne zeigt Ihre Stelle Fachkräften in der Region, auch wenn diese nicht aktiv suchen.
- Entscheidend: pädagogisches Konzept, Team und Haltung der Leitung.
Was bedeutet Erzieher-Recruiting?
Fachkräfte kennen die Aufgaben der Stelle. Sie fragen sich, wie das Konzept im Alltag gelebt wird und wie das Team miteinander umgeht. Eine Anzeige beantwortet diese Fragen nur, wenn sie konkret wird.
Was bedeutet Erzieher-Recruiting? Erzieher-Recruiting bezeichnet die gezielte Gewinnung pädagogischer Fachkräfte für Kitas und Jugendhilfe. Es umfasst Wege wie Jobbörsen, Kontakte zu Fachschulen, Empfehlungen aus dem Team und Kampagnen in sozialen Netzwerken. Im Mittelpunkt steht nicht die Aufgabenliste. Es zählt, was Fachkräfte bei der Wahl eines Arbeitgebers abwägen: pädagogisches Konzept, Team und Haltung. Das Ziel ist eine Bewerbung, die zu beiden Seiten passt, nicht möglichst viele Kontakte.
Kita-Teams sind laut Fachkräftebarometer Frühe Bildung in den letzten Jahren um durchschnittlich drei Personen gewachsen. Personen in Ausbildung stellen heute rund 7 Prozent des Kita-Personals. Neue Kolleginnen und Kollegen brauchen ein Bild davon, wie Einarbeitung und Zusammenarbeit aussehen.
Der Bedarf bleibt hoch. Laut Bertelsmann Stiftung fehlten 2023 rund 430.000 Kita-Plätze, davon rund 385.900 in Westdeutschland. Um die Elternbedarfe bis 2030 zu decken, müssten die meisten westdeutschen Länder mehr Fachkräfte gewinnen, als die Prognose der Stiftung erwartet. Wer in dieser Lage früh sichtbar wird, hat einen Vorsprung.
Wann reicht eine Anzeige nicht mehr aus?
Eine Anzeige reicht nicht aus, wenn Sie Fachkräfte erreichen müssen, die nicht von sich aus suchen. Vier Situationen zeigen es:
- Es kommen kaum Bewerbungen: Die Arbeitslosenquote in der Kinderbetreuung liegt bei 2,0 Prozent. Eine Jobbörse erreicht also nur einen kleinen Teil der Fachkräfte.
- Mehrere Einrichtungen suchen gleichzeitig: Träger mit mehreren Kitas oder Standorten konkurrieren in derselben Region um dieselben Fachkräfte.
- Das Team wächst: Größere Teams brauchen mehr Kolleginnen und Kollegen, die zur Haltung des Hauses passen.
- Stellen bleiben monatelang offen: Jeder Monat ohne Besetzung belastet die Kolleginnen und Kollegen im Dienst.
Welche Wege führen zu pädagogischen Fachkräften?
Die vier Wege schließen sich nicht aus, sie erreichen verschiedene Fachkräfte.
| Weg | Wen er erreicht | Was er voraussetzt |
|---|---|---|
| Jobbörse | Fachkräfte, die aktiv nach einer Stelle suchen | Eine Anzeige mit Stundenmodell, Team und Konzept |
| Fachschulen | Angehende Erzieherinnen und Erzieher | Praxisplätze, Anleitung und ein Angebot nach dem Abschluss |
| Empfehlung | Das Umfeld Ihrer Mitarbeitenden | Ein zufriedenes Team, das über die Arbeit spricht |
| Kampagne | Fachkräfte in Ihrer Region, auch ohne aktive Suche | Ein klares Angebot und eine Bewerbungsseite je Stelle |
Jobbörse: schnell, aber begrenzt
Eine Jobbörse zeigt Ihre Stelle Menschen, die gerade suchen. Das ist ein kleiner Teil der Fachkräfte. Sie gehört zur Grundausstattung, ersetzt aber keine aktive Ansprache.
Wie Sie die Anzeige aufbauen, zeigt der Ratgeber Stellenanzeige schreiben. Alles, was in die Anzeige nicht passt, gehört auf Ihre Karriereseite.
Fachschulen: der stabile Nachwuchs
Im Schuljahr 2023/24 lag die Zahl der Neuzugänge in der Erzieherausbildung laut Fachkräftebarometer bei rund 40.000, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Knapp 35.000 Menschen schlossen die Ausbildung zuletzt ab. Wer Praxisplätze und die vergütete praxisintegrierte Ausbildung anbietet, begegnet Nachwuchs früh. Die Zahl der Auszubildenden in dieser Form blieb stabil.
Sprechen Sie Fachschulen frühzeitig an. Bieten Sie Praktikumsplätze, benennen Sie eine Praxisanleitung und sagen Sie schon im zweiten Ausbildungsjahr, dass Sie die Absolventinnen übernehmen möchten. Auch Quereinsteigende gehören zum Team: Bundesweit arbeiteten 2024 knapp 60.000 Personen ohne einschlägigen Abschluss in Kitas.
Empfehlung: stark, aber nicht planbar
Zufriedene Mitarbeitende empfehlen ihren Arbeitgeber im Freundeskreis weiter. Das wirkt, weil der Rat von Menschen kommt, die den Alltag kennen. Eine Kita-Leitung merkt zuerst im Team, wenn die Stimmung kippt, und dann bleibt die Empfehlung aus. Planen lässt sich die Empfehlung nicht, fördern lässt sie sich.
Kampagne: Fachkräfte in der Region
Die Social-Recruiting-Kampagne zeigt Ihre Stelle auf Instagram und Facebook Menschen in Ihrer Region. Wer klickt, landet auf einer Bewerbungsseite für genau diese Stelle. Die Kurzbewerbung dauert rund drei Minuten und kommt ohne Lebenslauf und Anschreiben aus.
Weil Fachkräfte beim Wechsel im Feld bleiben, erreichen Sie hier die Menschen, die Ihre Stelle besetzen könnten. Laut Fachkräftebarometer wechselten 2023 nur 7 Prozent der Beschäftigten aus dem Feld heraus, bei den Fachkräften waren es 5 Prozent.
Welcher Weg passt zu welcher Lage?
Setzen Sie die Wege nach Ihrer Situation zusammen. Diese vier Kombinationen passen:
- Eine Stelle, die schnell besetzt werden muss: Jobbörse und Kampagne mit Bewerbungsseite für genau diese Stelle.
- Mehrere Stellen an mehreren Standorten: eine Kampagne je Stelle und eine Karriereseite, auf der Bewerbende ihren Standort finden.
- Nachwuchs für das nächste Jahr: Fachschulen, Praktikum und die vergütete Ausbildung.
- Ein stabiles Team mit wenig Fluktuation: Empfehlungen fördern und die Stimmen des Teams im TeamPlayer zeigen.
Was überzeugt Erzieherinnen und Erzieher beim Wechsel?
Haltung, Konzept und Team entscheiden, nicht die Zahl der Aufgaben. Zeigen Sie diese drei Dinge, bevor jemand fragt:
- Konzept: Wie arbeiten Sie pädagogisch? Beschreiben Sie in zwei Sätzen, was Ihr Haus von anderen unterscheidet.
- Team: Wer arbeitet in der Gruppe, wie läuft die Übergabe, wie geht das Team mit Konflikten um? Das zeigt kein Text so gut wie eine Kollegin, die selbst erzählt.
- Haltung: Wie planen Sie den Dienst, wie sieht die Einarbeitung aus, wie geht die Leitung mit Rückmeldung um?
Dafür gibt es den TeamPlayer. Mitarbeitende erzählen in kurzen Audio- und Video-Clips von ihrem Alltag, freiwillig und mit Einwilligung, die sie jederzeit widerrufen können. Veröffentlicht wird nur, was Sie freigegeben haben. Die Clips lassen sich in Ihre Karriereseite einbetten.
Praxistipp: Ersetzen Sie die Aufgabenliste durch zwei Antworten. Schreiben Sie in der Anzeige, wie Sie pädagogisch arbeiten und wie das Team zusammenarbeitet. Danach fragen Fachkräfte, die über einen Wechsel nachdenken.
Was gehört auf die Bewerbungsseite für eine Erzieherstelle?
Die Bewerbungsseite beantwortet die Fragen, die eine Fachkraft vor der Bewerbung hat. Sie spricht nur über die eine Stelle, die den Besucher gerade interessiert. Diese Angaben gehören hinein:
- Einrichtung und Gruppe: Name, Ort und Altersgruppe, für die Sie suchen.
- Arbeitszeit: Wochenstunden, Dienstzeiten und Möglichkeiten für Teilzeit.
- Team und Konzept: Teamgröße, Übergabe und das pädagogische Konzept in zwei Sätzen.
- Einarbeitung: Wer begleitet in den ersten Wochen, und wie lange?
- Kurzbewerbung: Wenige Fragen zum Antippen, in rund drei Minuten erledigt.
Wie läuft die Suche mit Imployo ab?
Der Weg von der ersten Frage bis zum Start hat fünf Schritte:
- Erstgespräch: In 30 Minuten klären wir, welche Stellen offen sind und an welchen Standorten. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.
- Inhalte und Clips: Wir erstellen Texte, Bewerbungsseiten und TeamPlayer-Clips mit Ihren Mitarbeitenden.
- Bewerbungsseite je Stelle: Jede Stelle bekommt eine eigene Seite mit Fragenkatalog für die Kurzbewerbung.
- Freigabe im Kundenportal: Sie prüfen jeden Baustein und geben ihn frei. Vorher geht nichts online.
- Kampagne und Rückmeldung: Die Anzeigen laufen rund drei Wochen. Bewerbungen kommen mit einer ersten Einschätzung zur Passung bei Ihnen an, und Sie melden sich zurück.
Wenn Sie zuerst sehen möchten, wie Ihre Karriereseite aussehen würde: Wir bauen sie unverbindlich und ohne Vorkasse. Sie buchen sie nur, wenn Sie sie wollen.
Welche Fehler kosten Bewerbungen?
Diese fünf Fehler sehen wir bei Trägern immer wieder:
- Aufgaben statt Haltung: Eine Liste von Tätigkeiten unterscheidet Ihr Haus nicht von anderen.
- Keine Stunden, kein Dienstplan: Fachkräfte, die wechseln, vergleichen Arbeitszeit und Einarbeitung zuerst.
- Ein Weg allein: Wer nur die Jobbörse nutzt, erreicht nur die Suchenden.
- Lange Bewerbung: Lebenslauf und Anschreiben als Pflicht schrecken ab. Wenige Fragen zum Antippen reichen für eine erste Einschätzung.
- Späte Antwort: Antworten Sie am selben oder am nächsten Werktag. Wer wartet, bewirbt sich anderswo.
Fazit: Zeigen Sie, wie Arbeit bei Ihnen wirklich aussieht
Wer Erzieher finden will, braucht mehr als eine Anzeige. Jobbörse, Fachschulen, Empfehlung und Kampagne erreichen unterschiedliche Fachkräfte und wirken zusammen. Entscheidend bleibt ein Angebot, das Konzept, Team und Haltung sichtbar macht. Die Karriereseite bündelt es an einem Ort.
Für Ihr Feld lohnt der Blick auf Recruiting für Kitas und Jugendhilfe. Im Erstgespräch klären wir in 30 Minuten, welche Stelle zuerst an der Reihe ist. Wir antworten innerhalb eines Werktags. Erstgespräch vereinbaren
Quellen
- Arbeitsmarkt Kompakt: Kinderbetreuung und -erziehung, Bundesagentur für Arbeit, 2025, https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Online-KV/Erzieher.html
- Zahl der unter Dreijährigen in Kindertagesbetreuung 2025 um 5,6 % gesunken (Pressemitteilung Nr. 392), Statistisches Bundesamt, 31.10.2025, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD25_392_225.html
- Mehr Plätze und bessere Qualität in Kitas bis 2030, wenn jetzt entschlossen gehandelt wird (Pressemitteilung), Bertelsmann Stiftung, 28.11.2023, https://www.laendermonitor.de/fileadmin/files/laendermonitor/presse/2023/2023_11_28_PM_Mehr_Plaetze_und_bessere_Qualitaet_in_Kitas_bis_2030_-_wenn_jetzt_entschlossen_gehandelt_wird.pdf
- Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2025, Deutsches Jugendinstitut, Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, 2025, https://www.fachkraeftebarometer.de/fileadmin/Redaktion/FKB_2025/Publikation/WiFF_FKB_2025_barrierefrei.pdf
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