Pflegekräfte finden: Wege für Träger im Vergleich
Von Sebastian Mekas, Co-Founder Imployo GmbH · Stand 29.10.2026
Pflegekräfte finden Sie über vier Wege: Jobbörse, Empfehlung eigener Mitarbeitender, Karriereseite und Kampagne in sozialen Netzwerken. Jeder Weg erreicht andere Menschen, und kein Weg schafft es allein. Auf 100 gemeldete Stellen für examinierte Pflegefachkräfte kommen nach der Bundesagentur für Arbeit rechnerisch nur 57 Arbeitslose.
Wer Pflegekräfte gewinnen will, muss deshalb vor allem Menschen erreichen, die bereits einen Arbeitsplatz haben. Eine Anzeige in der Jobbörse sehen davon nur die, die gerade suchen. Eine Social-Recruiting-Kampagne zeigt Ihre Stelle auch Fachkräften, die nicht aktiv suchen, aber für ein gutes Angebot offen sind.
Die vier Wege unterscheiden sich in Reichweite, Aufwand und Voraussetzungen. Wo Sie bei Ihrer nächsten Stelle beginnen, entscheiden Sie anhand belegter Zahlen. Vier teure Fehler vermeiden Sie dabei.
Das Wichtigste in Kürze
Pflegekräfte erreichen Sie am breitesten, wenn Sie eine Karriereseite als Anker mit einem aktiven Weg in Ihre Region verbinden. Jeder Weg hat belegte Stärken. Den Ausschlag geben ein klares Angebot und eine schnelle Antwort auf jede Bewerbung.
- Jobbörse: erreicht die Suchenden. Die Arbeitslosenquote der Pflegefachkräfte liegt bei 1,1 Prozent, der Pool ist klein.
- Empfehlung: Bei 27 Prozent der Neueinstellungen gaben eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte den Ausschlag (IAB, 2025, alle Berufe).
- Karriereseite: Die eigene Homepage nutzten 70 Prozent der Betriebe bei Neueinstellungen als Suchweg.
- Kampagne: Soziale Netzwerke nutzen 63 Prozent der Menschen ab 14 Jahren mindestens wöchentlich. Die Kampagne läuft rund drei Wochen.
- Kombination: Die Karriereseite sammelt, was die anderen Wege auslösen. Das Kundenportal zeigt Ihnen Stand und Auswertung.
Was bedeutet Pflegekräfte finden, gewinnen und rekrutieren?
Die drei Begriffe meinen dasselbe Ziel mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Wer Pflegekräfte finden will, fragt nach der Reichweite, wer sie gewinnen will, nach dem Angebot.
Was bedeutet Pflegekräfte finden? Pflegekräfte finden heißt, offene Stellen so sichtbar zu machen, dass geeignete Fachkräfte sie kennen und sich bewerben. Pflegekräfte gewinnen betont das Überzeugen durch ein gutes Angebot, Pflegekräfte rekrutieren den organisierten Weg bis zur Einstellung. Vier Wege führen dorthin: Jobbörse, Empfehlung eigener Mitarbeitender, Karriereseite und Kampagne in sozialen Netzwerken. Sie ergänzen sich und erreichen unterschiedliche Menschen.
Wo sind Pflegekräfte erreichbar, und wer sucht aktiv?
Aktiv suchende Pflegefachkräfte sind selten. Die Arbeitslosenquote der Pflegefachkräfte lag 2025 bei 1,1 Prozent, die der Pflegekräfte insgesamt bei 3,4 Prozent (Bundesagentur für Arbeit). Bei der Pflegeassistenz kommen 223 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen, bei den examinierten Fachkräften 57.
Die größere Gruppe hat einen Arbeitsplatz und denkt über einen Wechsel nach. In der DBfK-Umfrage 2026 gaben 20 Prozent der Pflegefachpersonen ohne Führungsverantwortung an, mehrmals wöchentlich oder täglich über einen Arbeitgeberwechsel nachzudenken. Die Umfrage hatte 3.003 Teilnehmende und ist nicht repräsentativ. Sie zeigt trotzdem, wie viele Fachkräfte für ein Angebot erreichbar sind, ohne zu suchen.
Viele Arbeitslose passen nicht zur ausgeschriebenen Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit meldet, dass sich 95 Prozent der gemeldeten Stellen an qualifiziertes Pflegepersonal richten. Etwas mehr als die Hälfte der arbeitslosen Pflegekräfte sucht dagegen eine Hilfstätigkeit ohne einschlägige Berufsausbildung.
Dazu kommen Menschen, die den Beruf verlassen haben. In der Böckler-Studie „Ich pflege wieder, wenn …“ (2022, rund 12.700 Befragte) konnten sich 60 Prozent der Ausgestiegenen eine Rückkehr vorstellen. Nur knapp sechs Prozent der potenziellen Rückkehrenden standen laut Studie im Kontakt mit einem Arbeitgeber.
Welche Wege gibt es, und wen erreichen sie?
Die Tabelle zeigt, wofür welcher Weg gedacht ist und was er von Ihnen verlangt.
| Weg | Wen er erreicht | Was er von Ihnen verlangt |
|---|---|---|
| Jobbörse | Menschen, die aktiv nach einer Stelle suchen | Eine konkrete Anzeige und schnelle Antworten |
| Empfehlung | Das Umfeld Ihrer Mitarbeitenden | Ein Team, das gern von seiner Arbeit erzählt, und ein einfacher Empfehlungsweg |
| Karriereseite | Interessierte, die Sie prüfen, bevor sie sich bewerben | Aktuelle Stellen, Standorte und Stimmen aus dem Team |
| Kampagne | Fachkräfte Ihrer Region, auch ohne aktive Suche | Ein klares Angebot und eine Bewerbungsseite je Stelle |
Jobbörse: Reichweite bei den Suchenden
Internet-Jobbörsen gehören zum Standard. Bei 57 Prozent der Neueinstellungen suchten Betriebe über Internet-Jobbörsen. Bei 21 Prozent war dieser Weg entscheidend (IAB 2025, alle Berufe, ohne die Jobbörse der Arbeitsagentur). Für Pflegefachkräfte bleibt die Reichweite klein, weil kaum eine von ihnen arbeitslos ist.
Eine Anzeige wirkt, wenn sie konkret ist. Nennen Sie Dienstplan, Teamgröße und Standort, statt Aufgaben aufzuzählen. Ihr Aufwand steckt in Text und Pflege der Anzeige. Die Antworten liefern die Suchenden.
Empfehlung: der Weg mit dem größten Gewicht
Eigene Beschäftigte und persönliche Kontakte sind der wichtigste Besetzungsweg. Bei 48 Prozent aller erfolgreichen Besetzungen suchten Betriebe auch darüber, bei 27 Prozent war er entscheidend (IAB-Stellenerhebung 2025, alle Berufe). Das ist unter den einzeln ausgewiesenen Wegen der höchste Wert.
Wie viele Empfehlungen entstehen, entscheidet die Zufriedenheit Ihres Teams. Laut DBfK bewerten 69 Prozent der Pflegefachpersonen ohne Führungsverantwortung die Zusammenarbeit im Team positiv. Wie ein Empfehlungsprogramm aufgebaut wird, zeigt der Ratgeber Mitarbeiter werben Mitarbeiter.
Karriereseite: der Anker für alle anderen Wege
Die eigene Homepage ist der meistgenutzte Suchweg. Betriebe suchten bei 70 Prozent der Neueinstellungen darüber, bei 20 Prozent entschied sie die Besetzung (IAB-Stellenerhebung 2025, alle Berufe). Jede Empfehlung und jede Anzeige führt früher oder später dorthin, weil Interessierte prüfen, wie Arbeit bei Ihnen aussieht.
Das Bundesgesundheitsministerium hält fest, dass die Außendarstellung in der Pflegebranche noch deutlich zu wenig ausgeprägt ist. Eine Karriereseite mit Stellen, Standorten und Stimmen aus dem Team schließt diese Lücke. Wir bauen sie zuerst unverbindlich und ohne Vorkasse, Sie buchen nur, wenn Sie sie wollen.
Kampagne: Reichweite bei Menschen mit Arbeitsplatz
Soziale Netzwerke erreichen Menschen, die keine Jobbörse öffnen. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 63 Prozent der Menschen ab 14 Jahren soziale Netzwerke mindestens wöchentlich. Instagram kommt auf 40 Prozent, Facebook auf 31 Prozent. Ihre Stelle erscheint dort als Anzeige in der Region, nicht in einer Suchmaske.
Bei Imployo führt die Anzeige auf eine Bewerbungsseite genau für diese Stelle. Die Kurzbewerbung dauert rund drei Minuten, ohne Lebenslauf und Anschreiben, die Kampagne läuft rund drei Wochen. Bewerbungen kommen mit einer ersten Einschätzung zur Passung bei Ihnen an.
Wie lange dauert es, Pflegekräfte zu finden?
Eine Stelle für Pflegefachkräfte bleibt lange offen. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die durchschnittliche Vakanzzeit gemeldeter Stellen im Oktober 2024 in der Altenpflege bei 296 Tagen. In der Gesundheits- und Krankenpflege waren es 269 Tage. Die Bundesregierung nennt die Werte in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag (Drucksache 20/13882, 2024).
Zahl zur Einordnung: Die Vakanzzeit beschreibt, wie lange eine gemeldete Stelle unbesetzt bleibt. Nur rund jede zweite offene Stelle wird der Bundesagentur gemeldet, die Werte gelten also für gemeldete Stellen. Sie zeigen die Größenordnung, ersetzen aber keine Rechnung für Ihre Einrichtung.
Jeder Weg hat einen eigenen Zeitrahmen. Die Tabelle zeigt, wann Sie mit ersten Ergebnissen rechnen können und was davor passiert.
| Weg | Zeitrahmen | Was dabei passiert |
|---|---|---|
| Jobbörse | läuft, bis die Stelle besetzt ist | Die Anzeige bleibt online, Sie pflegen Text und Antworten |
| Empfehlung | laufend | Mitarbeitende erzählen weiter, Sie vereinfachen den Weg zur Bewerbung |
| Karriereseite | Aufbau vor dem Start | Wir bauen sie zuerst unverbindlich und ohne Vorkasse, Sie buchen nur, wenn Sie sie wollen |
| Kampagne | Erstgespräch 30 Minuten, danach rund drei Wochen Laufzeit | Sie erteilen Ihre Freigaben im Kundenportal, dann laufen die Anzeigen in Ihrer Region |
Wie kombinieren Sie die Wege?
Beginnen Sie mit der Karriereseite und einer Stelle, nicht mit allen Wegen gleichzeitig. So sehen Interessierte, egal woher sie kommen, ein Bild Ihres Hauses. Danach ergänzen Sie den Weg, der zu Ihrer Lage passt.
- Sie haben eine Stelle, die dringend besetzt werden muss: Kombinieren Sie Jobbörse und Kampagne. Die Jobbörse erreicht die Suchenden, die Kampagne alle anderen in Ihrer Region.
- Sie haben viele Standorte: Setzen Sie je Standort eine Bewerbungsseite ein. So sehen Fachkräfte nur die Stelle, die für sie erreichbar ist.
- Sie haben ein stabiles Team: Bauen Sie den Empfehlungsweg aus. Ein Ansprechpartner, ein Formular und eine schnelle Rückmeldung genügen.
- Sie wollen langfristig sichtbar sein: Ergänzen Sie die Karriereseite um Stimmen aus dem Team im TeamPlayer. Die Clips der Mitarbeitenden bleiben freiwillig und werden nur nach Freigabe veröffentlicht.
Praxistipp: Notieren Sie für jede Bewerbung, über welchen Weg sie kam. Nach der Laufzeit sehen Sie, welcher Weg bei welcher Stelle gewirkt hat. Im Kundenportal sehen Sie die Auswertung Ihrer Kampagne an einem Ort.
Welche Fehler kosten beim Pflegekräfte finden Bewerbungen?
Diese vier Fehler lassen sich vermeiden:
- Nur ein Weg: Wer allein auf die Jobbörse setzt, erreicht die Suchenden. Bei Pflegefachkräften liegt die Arbeitslosenquote bei 1,1 Prozent.
- Ein austauschbares Angebot: Die BMG-Studie „Pflegearbeitsplatz mit Zukunft“ (2023) nennt flexible Arbeitszeitmodelle. Auch ein mit den Mitarbeitenden gestalteter, verlässlicher Dienstplan macht den Beruf attraktiv. Nennen Sie das konkret, wenn es bei Ihnen stimmt.
- Eine lange Bewerbung: Lebenslauf, Anschreiben und viele Formularfelder schrecken ab. Wenige Fragen zum Antippen reichen für ein erstes Bild.
- Eine späte Antwort: Wer sich bewirbt, will wissen, wie es weitergeht. Melden Sie sich am selben oder am nächsten Werktag.
Warnung: Kein Weg ersetzt ein gutes Angebot. Reichweite bringt Kontakte, kein Versprechen einer Einstellung. Nach dem Kurzbericht des Bundesgesundheitsministeriums stehen Wertschätzung und Unterstützung im Arbeitsalltag an erster Stelle, durch Vorgesetzte wie durch Kolleginnen und Kollegen.
Fazit: Starten Sie mit zwei Wegen und einer Stelle
Pflegekräfte finden Sie, wenn Sie Suchende und Nichtsuchende gleichermaßen erreichen. Die Jobbörse und die Empfehlung eigener Mitarbeitender holen die einen ab, die Kampagne die anderen. Die Karriereseite sorgt dafür, dass alle, die auf Sie aufmerksam werden, ein stimmiges Bild finden.
Wie Imployo das für Pflege und Altenhilfe umsetzt, steht auf der Seite Recruiting für Pflege. Im 30-minütigen Erstgespräch klären wir, welche Stelle zuerst an der Reihe ist und welche Wege dafür passen. Die Antwort auf Ihre Anfrage kommt innerhalb eines Werktags. Erstgespräch vereinbaren
Quellen
- Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege 2024“, Drucksache 20/13882, Deutscher Bundestag, 19.11.2024, https://dserver.bundestag.de/btd/20/138/2013882.pdf
- Blickpunkt Arbeitsmarkt: Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, Bundesagentur für Arbeit, Mai 2026, https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/Arbeitsmarktsituation-in-Pflegeberufen.pdf
- IAB-Stellenerhebung 1/2026: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch, Alexander Kubis, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB-Forum), 2026, https://iab-forum.de/online-medien-sind-bei-der-personalsuche-auf-dem-vormarsch/
- Social Media zwischen Wachstum und Sättigung (ARD/ZDF-Medienstudie 2025), Florian Tippelt, Media Perspektiven 31/2025, https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2025/MP_31_2025_ARD_ZDF-Medienstudie_Social_Media_zwischen_Wachstum_und_Saettigung_Nutzungsmuster_und_Plattformdynamiken_in_Deutschland.pdf
- Pflege, wie geht es dir? Umfrage 2026, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), 2026, https://www.dbfk.de/media/docs/newsroom/pressemitteilungen/2026/Pflege-wie-geht-es-dir-2026.pdf
- „Ich pflege wieder, wenn …“: Mindestens 300.000 zusätzliche Pflegekräfte möglich, Hans-Böckler-Stiftung, 2022, https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-neue-studie-mindestens-300-000-zusatzliche-pflegekrafte-40798.htm
- Pflegearbeitsplatz mit Zukunft: Ergebnisse der Studie zur Arbeitsplatzsituation in der Akut- und Langzeitpflege, Bundesministerium für Gesundheit, Mai 2023, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/K/Konzertierte_Aktion_Pflege/BMG_Ergebnisse_der_zweiteiligen_Studie_Arbeitsplatzsituation_bf.pdf
- Indikatoren für gute Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege (Kurzbericht), Bundesministerium für Gesundheit, IGES Institut, 2022, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/K/Konzertierte_Aktion_Pflege/Kurzbericht_Studie_Ermittlung_sowie_modellhaften_Implementierung_von_Indikatoren_fuer_gute_Arbeitsbedingungen_in_der_Langzeitpflege_barrierefrei.pdf
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